«Der Hass ist so gut erlaubt als die Liebe.» –
Georg Büchner

«Friede den Hütten! Krieg den Palästen!» 
(«Der Hessische Landbote», 1834)

«Warum bläst Gott nicht die Sonn aus, dass Alles in Unzucht sich übernander wälzt, Mann und Weib, Mensch und Vieh. Tut's am hellen Tag, tut's einem auf den Händen, wie die Mücken» (Woyzeck in «Woyzeck», 1836/1837, unvollendet).

«Erkennt, was man für euch tut: man hat euch grade so gestellt, daß der Wind von der Küche über euch geht und ihr auch einmal in eurem Leben einen Braten riecht» (Der Schulmeister in «Leonce und Lena», 1836/1837).

«Unseins ist doch einmal unselig in der und der anderen Welt, ich glaub wenn wir in Himmel kämen, so müssten wir donnern helfen» (Woyzeck in «Woyzeck», 1836/1837, unvollendet).

«Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst! die Schwerter, mit denen Geister kämpfen – man sieht nur die Hände nicht, wie im Märchen» (Danton in «Dantons Tod», 1835).

Inspiriert von Zitaten aus dem Werk Büchners und einer Büchner-Figur machte ich mich in Zürich auf die Suche nach Stimmungen und Situationen des zeitgenössischen Alltags. Die Fotos projizieren Gedanken von Büchner zu Anpassung und Widerstand, Fremdbestimmung und Individualität, Zwang und Befreiung in unsere Gegenwart.

«Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, dass er nicht auf dem Kopf gehen konnte («Lenz», 1835).

Lacroix: «Wir hätten die Freiheit zur Hure gemacht!» 
Danton: «Was wäre es auch! Die Freiheit und eine Hure sind die kosmopolitischsten Dinge unter der Sonne» («Dantons Tod», 1835).

«Die Welt ist das Chaos. Das Nichts ist der zu gebärende Weltgott» (Danton in «Dantons Tod», 1835).

«Das Leben des Bauern ist ein langer Werktag; Fremde verzehren seine Äcker vor seinen Augen, sein Leib ist eine Schwiele, sein Schweiß ist das Salz auf dem Tische des Vornehmen» («Der Hessische Landbote», 1834)