Armut in der Schweiz
Welcher Ort in der Schweiz gibt ein Bild von Armut ab? Gemeinden mit besonders vielen Sozialhilfebezüger:innen wie La Chaux-de-Fonds oder Biel? Städte, in denen verschiedene gesellschaftliche Gruppen aufeinandertreffen, wie Zürich oder Basel? Oder eine städtische Gemeinde mit geringer Steuerkraft wie Arth? Zwar gibt es an all diesen Orten Armut, aber augenfällig ist sie nicht.
Die Schweiz präsentiert sich aufgeräumt – heruntergekommene Gebäude lassen eher an Strukturschwäche oder Wandel denken als an Armut, die Menschen dahinter verschwinden. Artikel 12 der Bundesverfassung hält fest: «Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind.» – Armut soll keinen Ort bekommen, auch nicht in den Köpfen, sie soll sich in der Struktur auflösen.